MDR AKTUELL - Meldungen um 22:30 Uhr


Ministerium: Keine neuen Maßnahmen im Kreis Gütersloh

Nach der gerichtlichen Aufhebung des Corona-Lockdowns im Kreis Gütersloh plant die nordrhein-westfälische Landesregierung keine neuen Maßnahmen. Das hat Gesundheitsminister Laumann am Abend deutlich gemacht. Es sei nicht zu einem Übertritt der Infektionen vom Fleischbetrieb Tönnies auf die übrige Bevölkerung gekommen. Nach dem heftigen Corona-Ausbruch in dem Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück hatte das Land einen regionalen Lockdown verhängt. Das Oberverwaltungsgericht von Nordrhein-Westfalen erklärte das jedoch für unverhältnismäßig.


Gesundheitsminister gegen Abschaffung der Maskenpflicht

Die Gesundheitsminister haben sich darauf geeinigt, die Atemschutzpflicht im Einzelhandel beizubehalten. Diese Entscheidung fiel bei einer Schaltkonferenz der Ländervertreter mit Bundesminister Spahn. Zur Begründung hieß es, man dürfe nicht den falschen Eindruck erwecken, die Pandemie wäre vorbei. Zuvor hatten bereits Bundeskanzlerin Merkel und Bayerns Ministerpräsident Söder eine Aufhebung der Maskenpflicht in den Geschäften abgelehnt. Mecklenburg-Vorpommern, das die Debatte ausgelöst hatte, ruderte inzwischen zurück. Regierungssprecher Timm sagte am Abend in Schwerin, die Maskenpflicht werde verlängert.


Ver.di fordert Lösung der Führungskrise bei Commerzbank

Die Gewerkschaft ver.di drängt auf eine rasche Lösung der Führungskrise bei der Commerzbank. Der ver.di-Vertreter im Aufsichtsrat, Wittmann, betonte, bei der Neubesetzung der Spitzenpositionen dürfe es keine Hängepartie geben. Zugleich sprach er sich für massive Investitionen in den Umbau der Bank aus. Bisher sei das vom Vorstand mit zu wenig Mut und zu wenig Geld angegangen worden. Mit Blick auf den angekündigten Stellenabbau forderte Wittmann, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Allein über Rente, Altersteilzeit oder Vorruhestand könnten bis 2026 insgesamt 7.000 bis 8.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. - Wegen eines Streits über die Sparpläne hatten Commerzbank-Chef Zielke und der Aufsichtsratsvorsitzende Schmittmann vorige Woche ihren Rücktritt angekündigt.


EU-Kommission genehmigt Osram-Übernahme

Die EU-Wettbewerbshüter haben die Übernahme von Osram durch den österreichischen Konzern AMS gebilligt. Wie die Kommission in Brüssel mitteilte, erfolgte die Genehmigung ohne Auflagen. Durch den Deal werde der Wettbewerb bei optischen Halbleitern nicht wesentlich beeinträchtigt. Es gebe weiterhin zahlreiche alternative Anbieter. AMS will die Übernahme nun noch in dieser Woche vollziehen. Die Österreicher hatten sich Ende vorigen Jahres im zweiten Anlauf die Mehrheit an Osram gesichert.


"Ocean Viking" in sizilianischen Hafen eingelaufen

Nach tagelanger Odyssee im Mittelmeer ist das Flüchtlings-Hilfsschiff " Ocean Viking " in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle eingelaufen. Das teilte die Betreiber-Organisation SOS Méditerranée am Abend mit. Die 180 Flüchtlinge sollen nun auf eine Fähre gebracht und dort unter Corona-Quarantäne gestellt werden. Die "Ocean Viking" hatte die Menschen Ende Juni vor der libyschen Küste aufgenommen. Erst als die Besatzung nach mehreren Selbstmorden an Bord den Notstand ausrief, erlaubte Italien dem Schiff die Einfahrt in den Hafen auf Sizilien.